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Haushalt

Wie viel Notgroschen sinnvoll ist und wo er liegen sollte

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FSO Ark Redaktion · 4. August 2026 · 7 Minuten
Frau legt einen Umschlag in eine Schublade

Die Waschmaschine gibt auf, das Auto braucht eine neue Kupplung, die Nebenkostenabrechnung fällt höher aus als gedacht. Für solche Fälle gibt es den Notgroschen: Geld, das nicht für ein Ziel gespart wird, sondern dafür, dass ein unerwarteter Ausgabenposten nicht zum Problem wird. Für dieses Geld gelten andere Regeln als für alles andere Ersparte.

Dieser Beitrag beschreibt, wie viel Reserve üblicherweise als sinnvoll gilt, wo sie liegen sollte und warum die Rendite hier erst an zweiter Stelle steht. Er empfiehlt kein Produkt und keine Bank.

Wie viel Reserve

Eine verbreitete Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben. Nicht Monatseinkommen, sondern das, was tatsächlich jeden Monat für Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität und Verträge abfließt. Wer 2.200 Euro im Monat ausgibt, käme auf 6.600 bis 13.200 Euro.

Die Spanne ist groß, weil die Situationen unterschiedlich sind. Wer unbefristet angestellt ist, in einer Mietwohnung lebt und kein Auto hat, braucht weniger als jemand mit befristetem Vertrag, eigenem Haus und zwei Autos. Selbstständige mit schwankendem Einkommen setzen häufig sechs Monate oder mehr an. Die Faustregel ist ein Ausgangspunkt, keine Vorschrift.

SituationHäufig genannte ReserveGrund
Angestellt, Mietwohnung, kein Autoetwa 3 Monatsausgabenwenige unplanbare Großausgaben
Angestellt, Eigenheim, Autoetwa 4 bis 6 MonatsausgabenHeizung, Dach, Reparaturen
Selbstständig, schwankendes Einkommen6 Monatsausgaben oder mehrEinkommensausfall überbrücken
Rentner mit fester Renteetwa 3 Monatsausgaben plus bekannte GroßpostenEinkommen stabil, Ausgaben planbar

Wo der Notgroschen liegen sollte

Der Notgroschen hat eine Anforderung, die über allen anderen steht: Er muss innerhalb weniger Tage verfügbar sein, ohne Verlust und ohne Kündigungsfrist. Das schließt Festgeld aus, denn dort ist das Geld für die Laufzeit gebunden. Es schließt Wertpapiere aus, denn die können gerade dann im Minus stehen, wenn das Geld gebraucht wird. Und es schließt das Girokonto nur halb aus: Dort ist das Geld zwar verfügbar, aber meist unverzinst und in Gefahr, im Alltag mit ausgegeben zu werden.

Ein Tagesgeldkonto erfüllt die Anforderungen: täglich verfügbar, per Überweisung auf das Girokonto in ein bis zwei Bankarbeitstagen, verzinst und durch die Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Ein getrenntes Konto hat außerdem den Vorteil, dass die Reserve sichtbar von den laufenden Ausgaben getrennt ist.

Warum Rendite die zweite Frage ist

Rechenbeispiel

Notgroschen 8.000 Euro. Bank A zahlt 1,5 Prozent, Bank B 2,25 Prozent. Unterschied im Jahr: 8.000 × 0,75 % = 60 Euro, vor Steuern. Liegt der Betrag innerhalb des Sparer-Pauschbetrags, bleiben es 60 Euro. Das ist nicht nichts, aber es ist kein Betrag, für den man Verfügbarkeit opfern sollte.

Die Zinsen auf den Notgroschen sind ein angenehmer Nebeneffekt, nicht sein Zweck. Wer die Reserve in ein Festgeld mit 0,5 Prozentpunkten mehr steckt und dann bei einer Autoreparatur den Dispokredit zu 10 Prozent nutzen muss, hat den Zinsvorteil vieler Jahre in einem Monat verloren.

Notgroschen und Sparer-Pauschbetrag

Bei den üblichen Reservebeträgen liegen die Zinsen weit unter 1.000 Euro im Jahr. Bei 10.000 Euro und 2 Prozent sind es 200 Euro. Mit einem Freistellungsauftrag bei der Tagesgeldbank werden sie ohne Steuerabzug gutgeschrieben, sofern der Sparer-Pauschbetrag nicht bereits durch andere Erträge verbraucht ist. Wer den Notgroschen neu bei einer Bank anlegt, sollte den Freistellungsauftrag gleich mit erteilen; sonst behält die Bank ab dem ersten Euro Steuer ein, wie der Beitrag über zu viel einbehaltene Steuer erklärt.

Wann der Notgroschen aufgebraucht werden darf

Für das, wofür er da ist: unerwartete, notwendige Ausgaben oder Einkommensausfall. Nicht für den Urlaub, nicht für das neue Handy, nicht als Anzahlung. Wer ihn angreift, füllt ihn danach wieder auf, bevor anderes gespart wird. Diese Disziplin ist der eigentliche Zweck des getrennten Kontos.

Was über den Notgroschen hinausgeht

Ist die Reserve aufgebaut, stellt sich die Frage nach dem restlichen Ersparten neu. Für Geld mit bekanntem Verwendungszeitpunkt kann Festgeld in Frage kommen, für langfristiges Sparen andere Anlageformen mit anderen Risiken. Das ist eine eigene Entscheidung, die dieser Beitrag nicht trifft. Der Notgroschen bleibt in jedem Fall dort, wo er verfügbar ist.

Ein getrenntes Konto, nicht zwingend eine andere Bank

Viele Banken bieten das Tagesgeldkonto als Unterkonto zum Girokonto an. Das hat den Vorteil, dass Überweisungen zwischen beiden sofort gebucht werden und kein neuer Anbieter mit eigener Identifikation und eigenem Freistellungsauftrag nötig ist. Der Nachteil ist meist ein niedrigerer Zins als bei spezialisierten Anbietern. Für den Notgroschen ist das ein vertretbarer Tausch: Die Reserve ist innerhalb von Minuten auf dem Girokonto, und der Zinsunterschied bleibt bei den üblichen Beträgen im zweistelligen Eurobereich pro Jahr. Wer einen anderen Anbieter wählt, sollte prüfen, wie lange eine Überweisung auf das Referenzkonto dauert; ein bis zwei Bankarbeitstage sind üblich, am Wochenende entsprechend länger.

Einordnung

Der Notgroschen ist das Geld, bei dem Verfügbarkeit vor Rendite geht. Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem getrennten Tagesgeldkonto mit Freistellungsauftrag sind die verbreitete Antwort; die genaue Höhe hängt von der eigenen Situation ab. Wer die Reserve hat, kann alle weiteren Sparentscheidungen ruhiger treffen, weil eine kaputte Waschmaschine dann keine finanzielle Entscheidung mehr erzwingt. Alle Zinssätze in diesem Beitrag sind Rechenbeispiele.

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Quellen

  1. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Verbraucherinformationen zu Sparen und Anlegen — https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/verbraucher_node.html
  2. Verbraucherzentrale, Notgroschen und finanzielle Reserve — https://www.verbraucherzentrale.de/
  3. Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), § 8 Deckungssumme — https://www.gesetze-im-internet.de/einsig/__8.html
Hinweis Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Er ist keine individuelle Anlage-, Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung, keine Produktvermittlung und keine Empfehlung einer bestimmten Bank oder eines bestimmten Sparprodukts. Akuntan OÜ ist keine Bank, kein Finanzamt und keine Behörde und eröffnet keine Konten.

Alle Rechenbeispiele sind vereinfacht und dienen nur der Veranschaulichung. Persönliche Steuerergebnisse können insbesondere durch Kirchensteuer, andere Kapitalerträge, Verluste, Veranlagungsoptionen und die individuelle Situation abweichen. Zinssätze und Inflationsraten ändern sich laufend. Vor einer persönlichen Anlage- oder Steuerentscheidung sollten die aktuelle Rechtslage, die konkreten Konditionen und bei Bedarf eine fachkundige Beratung berücksichtigt werden.